Die Planung

Um eine wirtschaftlich erfolgreiche Existenzgründung zu vollziehen, ist eine gute Planung von elementarer Bedeutung. Diese sollte man in etwa ein Jahr im Voraus beginnen. Bei der Planung ist auf Gründlichkeit zu achten, da dies entschieden zum eigenen Sicherheitsbefinden beiträgt. Alle Gründungen laufen im Groben nach dem gleichen Muster ab. Darauf haben auch die verschiedenen persönlichen Antriebe für die Niederlassung keinen Einfluss. Zur Orientierung bietet es sich an, an Praxisgründungsveranstaltungen teilzunehmen, bei denen die elementaren Grundlagen einer Niederlassung erläutert werden.

Die Planung für die Niederlassung beginnt schon im Angestelltenverhältnis in einer Praxis oder als Klinikarzt, denn gewünschte Zusatzausbildungen oder -qualifikationen müssen bereits in dieser Zeit erworben werden. Später wird die Zeit dafür zu knapp sein. Für den Erfolg der zukünftigen Praxis sind Zusatzausbildungen durchaus wichtig, da die Patienten bestimmte Leistungen fordern und eine Praxis mit "normalem" Behandlungsspektrum schnell im Abseits landet.

Dass die Fortbildungen einem überlegten Konzept folgen und nicht wahllos gewählt werden sollten, dürfte klar sein. Letztlich bietet die erworbene Qualifikation die Basis für Ihre ärztliche Dienstleistung und die Spezialisierung die Basis für ein Alleinstellungsmerkmal (unique selling proposition USP). Darunter ist ein Leistungsmerkmal zu verstehen, mit dem sich Ihr Angebot deutlich vom Wettbewerb abhebt. Ein USP kann in den Dimensionen Preis, Zeit und Qualität erreicht werden, muss aber in der Leistungserbringung in jedem Fall auch wirtschaftlich sein.

Aber auch die Standortwahl spielt dabei eine Rolle, da es für die angebotenen Leistungen ja auch genügend Patienten geben muss.

Ein wichtiger persönlicher Faktor bei der Planung ist die jetzige und zukünftige familiäre Situation. Sind Kinder geplant, wird die finanzielle Belastung natürlicherweise steigen. Insbesondere bei Zahnärztinnen und Ärztinnen spielt der Aspekt der Familienplanung eine ganz wesentliche Rolle. Ein kinderloses Paar hat einen größeren finanziellen Spielraum als eine mehrköpfige Familie. Wenn dieser Umstand bei der finanziellen Planung berücksichtigt wird, können diesbezüglich keine bösen Überraschungen auftreten.

Die erste Zeit nach der Praxisgründung wird sich der Umsatz nur langsam einstellen, während die meisten Kosten von Anfang an voll da sind. Diese Kosten kommen zusammen mit der vollen eigenen finanziellen Verantwortung auf jeden Praxisinhaber zu. Auch in Haftungsfragen ist er der erste Ansprechpartner. Wenn diese Tatsachen in die Überlegungen mit einbezogen werden, dann kann das Vorhaben Praxisgründung sicher gestaltet werden!

Vor der Gründung muss sich der Arzt ein detailliertes, individuell abgestimmtes Konzept für seine Praxis überlegen. Dies ist eine wichtige Grundlage, um mit der Praxis später erfolgreich zu sein. Dieses Konzept sollte im Fokus die Bedürfnisse des Patienten (Ihres Kunden) haben.
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